Stirnplattenstoß
Ein Träger wird mit zwei angeschweißten Stirnplatten biegesteif gestoßen – bündig oder mit überstehender Platte. Der Rechner bestimmt nach der Komponentenmethode, welches Moment der Stoß überträgt, und prüft Querkraft, Schweißnähte und Abstände.
Was berechnet dieser Rechner? – Erklärung mit Beispiel
Was berechnet wird
Das Biegemoment zieht die Stirnplatten auf einer Seite auseinander und drückt sie auf der anderen Seite zusammen. Die Zugkraft tragen die Schrauben neben dem Zugflansch; dabei biegt sich die Platte zwischen Schraube und Flansch bzw. Steg. Für jede Schraubenreihe wird ein gedachter T-förmiger Plattenstreifen (T-Stummel) untersucht: Fließt die Platte, reißen die Schrauben, oder beides? Die Reihenkräfte mal ihrem Abstand zum Druckflansch ergeben das Moment, das der Stoß aufnehmen kann. Die Querkraft tragen die Schrauben auf der Druckseite. Aus den Steifigkeiten von Platte und Schrauben folgt außerdem, wie stark sich der Stoß verdreht – und ob er in der Statik als starr gelten darf.
Wofür
Für Montagestöße von Deckenträgern und Unterzügen, Riegelstöße im Hallenbau und Stöße von Kragträgern. Steht die Platte über den Flansch über, passt dort eine weitere Schraubenreihe mit großem Hebelarm hin – der Stoß trägt deutlich mehr.
Beispiel
IPE 300 aus S235, Stirnplatten 150 × 20 mm, oben und unten 80 mm überstehend, je eine Schraubenreihe 45 mm über bzw. unter dem Flansch und 45 mm innen neben jedem Flansch, M20-10.9, w = 90 mm, Kehlnähte af = 6 mm und aw = 4 mm, MEd = 100 kNm (Zug unten), VEd = 60 kN:
- Reihe im Überstand: 184,5 kN (Platte fließt, Modus 1), Reihe innen: 295,2 kN (Modus 2)
- Mj,Rd = 0,340 · 184,5 + 0,239 · 295,2 = 133,2 kNm – Ausnutzung 0,75
- Querkraft über die vier Schrauben oben: Ausnutzung 0,12
- Maßgebend ist die Kehlnaht am Zugflansch mit 0,94